Vor wenigen Wochen setzte ich mir selbst die Challenge 10 000 Schritte am Tag zu gehen. Das klang für einige easy aber für mich bedeutete das, in der Klausurenphase, viel Disziplin. Jeden Tag nach dem Hausarbeit schreiben zog ich meine Turnschuhe an und machte mich auf den Weg nach irgendwo. Manchmal lief ich einfach planlos durch die Gegend, manchmal steckte ich mir genauere Ziele. Hier entlang, das anschauen. Wofür ich das machte? Ich hatte Angie versprochen mit ihr auf Bali den Mount Batur zu besteigen. 1717 Höhenmeter, 1,5 Stunden bis nach oben, über Vulkangestein, stetig bergauf. Ich hatte schon die letzten Tage ein mulmiges Gefühl aber ich wusste, dass ich es für Angie machen werde und ich sie dort nicht alleine hoch lasse.

Heute war dann der Tag der Tage wofür ich täglich die Schritte gesammelt hatte. (Ich hatte es sogar fast täglich geschafft bis auf winzige Ausnahmen) Die Organisation der Tour war die reinste Katastrophe. Am Parkplatz angekommen unzählige Reisebusse, Menschen, Guides, Fremde. Wir hatten gehofft, dass diese Aktion von nicht vielen Touris besucht ist – falsch gedacht. Unsere Truppe trat die Wanderung nach oben als letzte Gruppe des Tages an.y Wir bildeten das Schlusslicht. Vor uns ein beleuchteter Weg nach oben. Es sah beeindruckend aus. Alle diese Menschen mit ihren Taschenlampen hintereinander – wow.

Wir mussten etwas Zeit einholen und somit liefen wir etwas schneller. Damit hatte ich in dem Augenblick überhaupt nicht gerechnet und schnell wurde mir klar „in dem Tempo komme ich oben am Berg nicht an“. Es wurde immer anstrengender, die Luft immer dünner, meine Panik es nicht rechtzeitig hoch zu schaffen schlimmer. Ich hyperventilierte, fing an zu weinen und konnte mich einfach nicht mehr halten.y Ich wollte keinen Schritt mehr laufen, war mir so sehr sicher, dass ich es nicht schaffe. Ich war in dem wütend auf die Oranisation, das Tempo, den Guide und am meisten sauer war ich auf mich selbst, dass ich bereits nach wenigen Metern schwächelte. Es kann doch nicht so schnell sein auf einen Vulkan zu klettern. Beruhigt wurde ich von unserer tollen Gruppe, die alle tapfer auf mich warteten und mir immer und immer wieder byergauf halfen.

Mit Hilfe von Teamgeist, Willensstärke, ein bisschen Training, Mut, Freude und einem Lächeln im Gesicht schaffte ich es noch vor Sonnenaufgang mit der kompletten Gruppe auf den Mount Batur. Niemand verpasste wegen mir den Sonnenaufgang – das war wirklich zeitweise meine größte Angst. Made it to the top, yes?

Oben angekommen stehen dort viele viele Menschen, die den Sonnenaufgang genau so bestaunen möchten wie wir. Das kann nervig werden, sich aber auch auszahlen. Ein ruhiges Plätzchen entdeckt, kann dort schön über den Wolken für kurze Zeit der Moment genossen werden ..

… bevor es wieder runter ins Tal geht. Tschüß du wundervolle Erfahrung.